Change! Und zwar jetzt: Raus mit der Dispo.

Change! Und zwar jetzt! Das ist keineswegs programmatisch oder gar epochal, sondern vielmehr betriebswirtschaftlich gemeint.

Der Erfolg von Vermarktung hat primär etwas mit guten Produkten, Zielgruppen-orientiertem Marketing und strategisch ausgerichteten Salesaktivitäten, sowie einer Service-orientierten Organisation zu tun – aber weniger damit, wie Aufträge dann systemisch verarbeitet werden. Damit keine Missverständnisse entstehen, es gab und gibt Fälle sicher geglaubter Aufträge, die in der Disposition noch gescheitert sind, aber das sind Ausnahmen.

Was spricht also dagegen, sich als Vermarktungsorganisation auf die eigentlichen Tätigkeiten zu konzentrieren und den eher administrativen Teil, nämlich die Dispo, in andere professionelle Hände zu geben?

Konzentration auf die eigentlichen Aufgaben.

Das Mediennutzungsverhalten hat sich in den letzten Jahren radikal verändert und wird sich auch in Zukunft weiter verändern – Change also.

Die Werbeeinnahmen der eher tradierten klassischen Medien verzeichnen deshalb partiell gravierende Einbrüche und das zwingt zum Sparen. Da darf die Frage gestellt werden, warum sich Vermarktungen nicht kurz schließen und ihre Disposition zentral durch einen Spezialisten abwickeln lassen. Diese treuhänderisch tätige “Abwicklungsgenossenschaft” würde Medienunternehmen Millionen sparen: Es müsste sich dort niemand Gedanken um die richtige Software machen, aufwändige Weiterentwicklungen entfielen, und die Synergien, die sich im HR-Bereich durch eine Zentralisierung ergeben würden, müssen sicher nicht erklärt werden.

Die Zeit ist reif.

Nun ist dieser Gedanke nicht neu, er scheiterte jedoch gerade bei Printhäusern an Animositäten und Befindlichkeiten subjektiv empfundener Wettbewerbsvorteile mit hausgemachter Kleinkrämerei. Dabei war der zarte Ansatz der Entwicklung eines gemeinsamen Buchungssystems der Zeitschriften und Zeitungen nicht nur der Versuch, Prozesse zu standardisieren, sondern auch zu zentralisieren – vor über 10 Jahren vom VDZ initiiert. Die Standardisierung wird in der Tat dadurch erschwert, dass es immer weniger Standardaufträge gibt, aber die Zentralisierung des Handlings und die systemische Vereinheitlichung zwingen sich geradezu auf. Vielleicht war die Zeit damals noch nicht reif – jetzt ist sie es oder sollte es vielmehr sein. Change steht also im Pflichtenheft des Top-Managements.

Gemeinsam optimieren, der Wettbewerb lauert woanders.

Klar müsste erst mal investiert werden, aber als konzertierte Aktion möglichst vieler Vermarkter wäre das Invest schnell refinanziert. Aus eigener verantwortlicher Tätigkeit und diversen folgenden Projekten als Berater weiß ich, wie die IT-Etats in diesen Bereichen aussehen und frage mich, wer sich das wirklich noch ohne Blick über den Tellerrand leisten kann oder will. Der Dispositions- und Planungsprozess von Schaltungen in Medien ist keine höhere Atomphysik, sondern vielmehr ein kaufmännischer Akt mit einem angemessenen Grad an Flexibilität für sich im Wandel befindliche Märkte. Change also, was sonst.

Aber wo sind die Macher?

Nun wissen das die verantwortlichen Vermarktungschefs selber und das nicht erst seit gestern, es bleibt aber abzuwarten, wann der Optimierungsdruck groß genug ist, dass mal zwei verantwortliche Medienmanager den Mut haben und handeln. Ein guter Anfang mit gewaltiger Sogwirkung wäre das sicher – und es gibt nur Gewinner!

Wie gesagt, Change, mal nur durch die betriebswirtschaftliche Brille betrachtet.

Hinweis auf das in diesem Zusammenhang stehende Angebot von mROBOTA: Bitte beachten Sie den Service DispoQueen, dem crossmedialen Ad Management in der Cloud.